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Was, wenn sie Unrecht haben? Zwei Geschichten darüber, warum „unmöglich“ nur eine Meinung ist.

  • 3 days ago
  • 3 min read

"The only truth you will ever experience is the present moment.“ (Dylan Werner)


(Blick vom Schloss Thun auf den Thunersee) :-)


Geschichte Nr. 1: Warum der Blick vom Schloss Thun weiter reicht als bis Münsingen

An diese Geschichte habe ich oft gedacht. So oft, dass sie es jetzt in meinen Blog schafft. Sie ist einfach zu gut, um sie für mich zu behalten.


Es war 2015. Ich arbeitete damals noch in Zürich. Eines Tages kam ein Vorgesetzter auf mich zu und sagte:

„Also dieser FC Thun. Ich sag dir eines – wenn die mal wieder in die Challenge League absteigen, schaffen sie es nie mehr in die Super League. Das ist ein Verein, der hat dort nichts verloren.“ Ich wusste nicht recht, was ich darauf antworten sollte. Was will er mir damit sagen? Was soll ich jetzt antworten? Und vor allem: In welchem Ton?


Doch er war noch nicht fertig. „Ich habe früher mit Leuten aus Thun zusammengearbeitet“, fuhr er fort. „Und ich kann dir eines sagen: Wenn ein Thuner oben beim Schloss Thun steht, sieht der nicht weiter als Münsingen. Und genau so ist das auch mit dem FC Thun.“ Er lachte. Und lief davon.


Ich stand weiterhin im Kopierraum. Zwischen Papierstau und Tonergeruch. Und wusste nicht, ob ich lachen oder ebenfalls davonlaufen sollte. (Davongelaufen bin ich übrigens – aber erst ein Jahr später.)

Seine Worte blieben. Hartnäckig. Und ich ertappte mich dabei, wie ich jedes Jahr hoffte, der FC Thun möge bitte, bitte nicht absteigen. Aber warum eigentlich? Wollte ich ihm beweisen, dass Thuner eben doch weiter sehen als bis Münsingen? Dass Limitierungen oft mehr über den Sprecher als über die Betroffenen aussagen?


Dann kam die Saison 2020/2021. Abstieg. Challenge League. „Mist“, dachte ich. „Jetzt hat er recht!“ Und jedes weitere Saisonende ohne Aufstieg fühlte sich wie eine kleine Bestätigung seiner Prognose an: „Wenn sie mal unten sind, bleiben sie unten.“ Jahre vergingen.


Und dann – letztes Jahr – geschah etwas. Der FC Thun stieg wieder in die Super League auf. Und steht aktuell auf Platz 1. Mit 14 Punkten Vorsprung. Ein Aufsteiger. An der Spitze. Mit so viel Vorsprung. Das gab es noch nie.


Eigentlich wollte ich mit dieser Geschichte warten, bis sie die Liga gewinnen. Aber die Wahrheit ist ja längst eingetroffen: Sie blieben nicht unten. Sie sind wieder aufgestiegen. Und stehen zurzeit auf Platz eins!

 

Geschichte Nr. 2: Unmöglich? Dann melde ich mich an!

2020 hatte ich plötzlich einen Gedanken: Ich möchte die 300h-Yogaausbildung bei Dylan Werner absolvieren. Der Gedanke fühlte sich gross an. Und auch ein bisschen "crazy". Also erzählte ich einer Freundin davon, als wir uns auf einen Kaffee trafen.


Ihre Antwort kam schnell: „Eine Ausbildung bei Dylan zu machen ist unmöglich. Die Plätze sind innerhalb von Minuten ausgebucht.“ Ich ging ziemlich enttäuscht zurück nach Zürich. Mein damaliger Wohnsitz. Mein geliebtes Kreis-5-Zuhause. Es fühlte sich an, als hätte mir gerade jemand einen Traum weggenommen. Doch beim Spazieren durch mein Quartier dachte ich: Und was, wenn ich es einfach trotzdem versuche?


Plötzlich war er wieder da. Dieser Traum. Nicht logisch. Irgendwie auch nicht vernünftig. Dafür lebendig. Zu Hause meldete ich mich für den Newsletter an.


Fünf Monate später sass ich im Homeoffice. Mein Handy – normalerweise stumm – machte plötzlich ein Geräusch.

Eine neue E-Mail.

Von Dylan.

Die Anmeldung für die 300h-Ausbildung war geöffnet.


Warum mein Handy ausgerechnet an diesem Tag nicht stumm war? Nennen wir es Glück. Ein bisschen davon darf man im Leben schliesslich auch haben. :-)

Ich atmete dreimal tief ein und aus. Und klickte auf „anmelden“.


Ein halbes Jahr später war ich mittendrin. Es waren die intensivsten Wochen meines Lebens. Und gleichzeitig – bis heute – eine der besten Zeiten meines Lebens.

So viel gelernt. So viel verändert. So viele neue Möglichkeiten eröffnet.

 

Und jetzt?

Vielleicht sieht jeder Mensch nur so weit, wie seine eigenen Überzeugungen reichen. Vielleicht sind Aussagen wie „das schafft ihr nie“ oder „das ist unmöglich“ weniger Wahrheiten – und mehr Spiegel der eigenen Denkgrenzen.


Der FC Thun ist wieder aufgestiegen. Ich habe meine Ausbildung absolviert. Und beides begann mit einem Gedanken: Was, wenn es doch geht?


Ps: Wenn du etwas wirklich willst, dann versuche es. Nicht, weil es garantiert klappt. Sondern weil es garantiert nicht klappt, wenn du es gar nicht erst probierst. Und das ist mein heutiger, friendly Reminder für dich. :-)

 
 
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